Bundesamt für Energie verleiht den Schweizer Energiepreis Watt d’Or 2022

Das Bundesamt für Energie hat am 6. Januar 2022 zum fünfzehnten Mal den renommierten Schweizer Energiepreis Watt d’Or verliehen. Die goldenen Gewinner/innen des Jahres 2022 waren: Die SBB (Kategorie Energietechnologien), die Verora AG aus Edlibach, Kanton Zug (Kategorie Erneuerbare Energien) und die schaerraum ag aus Horw, Kanton Luzern (Kategorie Gebäude und Raum). Die Watt d’Or Trophäe – eine Schneekugel – wurde den Gewinner/innen von der prominenten Jury überreicht, die zum ersten Mal unter dem Vorsitz von Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher stand. Die Preisverleihung fand aufgrund der Pandemiesituation in sehr kleinem Rahmen statt. Sie wurde aber per Live-Stream via Internet übertragen.

Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzen die Energiezukunft bereits heute erfolgreich und mutig in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie den Watt d’Or geschaffen, das Gütesiegel für Energieexzellenz. 2007 wurde der Watt d’Or zum ersten Mal verliehen. Sein Ziel ist es, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen. Sie sollen Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken.

Der Watt d’Or ist nicht dotiert, es werden also keine Preisgelder ausgeschüttet. 31 Bewerbungen wurden bis Mitte Juli 2021 für den Watt d’Or 2022 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 11 Beiträge. Daraus hat die Jury, zum ersten Mal unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher, die Siegerprojekte in den vier Watt d’Or-Kategorien gekürt. In diesem Jahr gibt es in der Kategorie Mobilität keinen Gewinner.

Gewinner des Watt d’Or 2022

Kategorie Energietechnologien: SBB
Bei der Nutzung der Flexibilität des Stromverbrauchs um eine Zuglänge voraus – Eine intelligente Laststeuerung kappt die Stromverbrauchsspitzen im Taktfahrplan. Mit Netzen kennen sich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB aus. Erstens mit dem Bahnnetz, auf dem sie pro Tag über 800’000 Passagiere transportiert. Und zweitens mit dem Stromnetz: Die SBB gehörte zu den Pionierinnen der Elektrifizierung und betreibt seit über hundert Jahren eigene Kraftwerke und ein eigenes Stromnetz. Jetzt setzt sie digitale Technologien für einen weiteren Innovationsschritt ein. Statt immer mehr teure Stromproduktionsanlagen zu bauen, um den Verbrauch oder im Fachjargon die Last jederzeit abdecken zu können, nutzt sie eine selbst entwickelte Lastmanagement-Software. Bei Lastspitzen, die im Taktfahrplanbetrieb immer wieder auftreten, schaltet die Software Zugwagen- und Weichenheizungen für kurze Zeit ab. So flexibilisiert die SBB den Verbrauch und optimiert als «Prosumer» das Zusammenspiel mit der Stromproduktion. Bis 2023 kann die SBB auf diese Weise 70 Megawatt flexibel steuern. Sie übernimmt damit eine Vorbildrolle auch für das allgemeine Stromnetz der Schweiz.

Kategorie Erneuerbare Energien: Verora AG
Im Zuger Berggebiet arbeiten Pioniere für Negativemissionstechnologien – Mit der Pflanzenkohle der Verora AG lässt sich CO2 jahrhundertelang speichern. In der Moränenregion Menzingen/Neuheim befindet sich eine Keimzelle für die noch jungen Negativemissionstechnologien (NET). Seit 2012 produziert hier die Verora AG, eine Gruppe von Landwirten aus dem Zuger Berggebiet, Pflanzenkohle aus naturbelassenem Baum- und Strauchschnitt. Die dazu nötige Pyrolyse-Anlage hat das Team der Verora AG in den letzten 10 Jahren vom Prototypen des deutschen Universitäts-Spinoffs Pyreg GmbH zur zuverlässig funktionierenden Produktionsanlage entwickelt. Die Pflanzenkohle vermindert als Futterzusatz die Bildung von Klimagasen bei der Verdauung der Kühe, sie vermindert den Ammoniakgeruch im Stall, erhöht den Nährstoffgehalt von Dünger und Kompost, macht landwirtschaftlichen Böden robuster und fruchtbarer und bindet darin das CO2 über Jahrhunderte.

Kategorie Gebäude und Raum: schaerraum ag
Mit dem neuen Planungsprinzip RaumRaster werden Holzbauten gegenüber herkömmlichen Bauweisen wirtschaftlich attraktiv. Die schaerraum AG hat damit im luzernischen Horw das klimaneutrale Gewerbe- und Wohnhaus neuRaum realisiert. Das mehrstöckige Gebäude aus regionalem Holz besticht durch ein modulares Planungsprinzip, den RaumRaster. Das ist ein «Skelett» aus Holz, das auf einem Betonsockel steht. Es trägt die gesamte Last des Gebäudes. Darin eingesetzt sind flexibel kombinierbare Module mit einem Mass von 3.5 × 3.5 × 3 Meter. Dank diesem Prinzip konnte das Gebäude in nur acht Monaten gebaut werden. Energie-, ressourcen- und damit kostensparend ist auch die ausgeklügelte Haustechnik. Sie ist in jeder Wohnung in einem vorgefertigten Modul inklusive Badezimmer, Küchenspüle, Heizung, Kühlung und Lüftung untergebracht. Durch die smarte Koppelung der Klimatechnik mit den Energiepfählen, der Wärmepumpe, den Solaranlagen auf Dach und Carport und einem Batteriespeicher produziert das Gebäude rund 50% mehr Energie als es verbraucht. Und dank der der sehr wirtschaftlichen Bauweise liegen die Mietpreise rund 20% unter dem ortsüblichen Durchschnitt. Fazit: Das Modell RaumRaster von schaerraum AG ist für den Bau von Mehrfamilienhäusern aus Holz ein vielversprechender Ansatz, um klimafreundlich, ressourcenschonend und kostengünstig zu bauen.

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