Jahresbericht 2025 der IGEB
Die energiepolitischen Rahmenbedingungen in der Schweiz bleiben anspruchsvoll. Der schrittweise Umbau des Energiesystems erfordert erhebliche Investitionen, während gleichzeitig eine jederzeit verlässliche Stromversorgung sichergestellt werden muss. Für energieintensive Unternehmen wirken sich zudem die anhaltend hohen Energiepreise und Netzkosten spürbar aus. Sie führen im internationalen Vergleich zu Wettbewerbsnachteilen, insbesondere gegenüber Ländern mit staatlich gestützten Energiepreisen. Im Berichtsjahr engagierte sich die IGEB erneut im Dialog mit anderen Wirtschaftsverbänden, politischen Entscheidungsträgern sowie den zuständigen Behörden. Darüber hinaus nahm die IGEB aktiv Stellung zu verschiedenen energie- und umweltpolitischen Vernehmlassungen.
Die Mitglieder trafen sich viermal im Jahr 2025 zu den Plenarversammlungen, wobei zwei der Sitzungen virtuell stattfanden. Neben der Generalversammlung und einer ausserordentlichen Generalversammlung fanden zwei Workshops zur Neuorganisation der IGEB statt. Sämtliche Sitzungen waren gut besucht. Wichtige Themen waren die Energiesubventionen im nahen Ausland, die hohen Netzkosten und die Verbrauchsreserve bei Strom und Gas. Im Workshop wurde klar, dass die Statuten aus dem Gründungsjahr der IGEB im 2012 überarbeitet werden sollen. Die Statuten wurden daraufhin komplett überarbeitet und Klarheit über die Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Vereinsorgane geschaffen.
Ende 2025 treten vier Mitglieder aus der IGEB aus: Die Verbände Vereinigung Schweiz. Glasfabriken und Ziegelindustrie Schweiz verlassen die IGEB wie auch die Firma Misapor und das assoziierte Mitglied cemsuisse. Bei der Vereinigung Schweiz. Glasfabriken war nach dem Wegfall von Vetropack nur noch Isover SA Mitglied, dieses Unternehmen bleibt der IGEB als Einzelmitglied treu. Die anderen Mitgliedschaften sind stabil geblieben. Der IGEB-Präsident Stephan Sollberger hat sein Amt per Ende September 2025 abgelegt. Roberto Todaro übernimmt das Vizepräsidium und bis zur Wahl eines neuen Präsidenten, ad interim die Leitung der IGEB. Der Vorstand ist mit einigen neuen Mitgliedern ergänzt worden.
Unsere Mitgliedfirmen fördern die Schweizer Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit, indem sie grosse Mengen Recyclingmaterial oder Nebenerzeugnisse anderer Industrien als Rohstoffe einsetzen. Müssten diese Recyclingaufgaben ins Ausland verlagert werden, würden die Transportstrecken länger und entsprechend mehr Emissionen ausgestossen sowie die Abhängigkeit vom Ausland verstärkt. Die Wertschöpfung in der Schweiz zu behalten, sollte oberstes Ziel sein.
Die nachfolgenden Verbesserungen strebt die IGEB in erster Linie an:
Energieintensive Unternehmen benötigen ein wettbewerbsfähiges Strom- und Netzkostenmodell. Die IGEB fordert deshalb die Einführung eines befristeten Ausgleichsmechanismus für energieintensive Betriebe, der die Auswirkungen ausländischer Subventionen im Energiebereich vollständig kompensiert und damit wieder faire Wettbewerbsbedingungen für die Schweizer Industrie schafft.
Zudem setzt sich die IGEB dafür ein, dass energieintensive Unternehmen von Netzzuschlägen und Netzzugangskosten sowie von den Kosten für Strom- und Winterreserven (Strom und Gas) befreit oder diese zumindest gedeckelt werden.
Darüber hinaus braucht es langfristig planbare Energiepreise, die sich an den europäischen Rahmenbedingungen orientieren. Ebenso wichtig ist ein klares politisches Bekenntnis zum Erhalt der energieintensiven Wertschöpfung sowie der Recyclingkreisläufe in der Schweiz.

