Die Stromversorgungssicherheit der Schweiz im Winter 2022/23 ist nicht gravierend gefährdet, dennoch können Versorgungsengpässe nicht ausgeschlossen werden. Das ist das Fazit einer Studie. Darin wurden verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Verfügbarkeiten von Gas und Kernkraftwerken untersucht und simuliert.
Claudia Walker





Der Bundesrat hat am 2. November verschiedene Unterstützungsmassnahmen für Unternehmen und Privathaushalte im Zusammenhang mit den hohen Energiepreisen und der Inflation diskutiert. Er kommt dabei zum Schluss, dass weder die Wirtschaftslage noch die Inflation eine Intervention rechtfertigen. Er sieht daher für den Winter 2022/23 keinen Bedarf für ausserordentliche Massnahmen.
Unsere Mitgliedfirma Model AG hat Solarpanels auf dem Dach ihrer Lagerhalle in Weinfelden montiert. Diese wandeln rund 2000 Module Sonnenenergie in Strom um. Nachhaltigkeit ist die Basis jeder Wertschöpfung und damit Teil der Model-Geschichte. In 2020 hat sich Model verpflichtet, im Rahmen der «Science Based Targets initiative»(SBTi) die Treibhausgasemissionen nach dem Pariser Klimaschutzabkommen zu reduzieren.
Die Schweiz kann ihre Energieversorgung bis 2050 klimaneutral ausgestalten und gleichzeitig die Energieversorgungssicherheit gewährleisten, dies zeigen die die Energieperspektiven 2050+. Nun liegt eine Studie zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen vor: Die Schweizer Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs, auch wenn die Energie- und Klimapolitik auf Netto-Null-Emissionen ausgerichtet ist.
Der Bundesrat stärkt die Schweizer Energieversorgung für den kommenden Winter weiter: Die Kapazitäten der Übertragungsleitungen zwischen Bickigen und Chippis sowie zwischen Bassecourt und Mühleberg können bei Bedarf von 220 Kilovolt (kV) auf 380 kV erhöht werden. Damit können Engpässe im Übertragungsnetz entschärft und die Importkapazitäten um bis zu 850 Megawatt erhöht werden.
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 30. September 2022 eine weitere Massnahme zur Stärkung der Versorgungssicherheit gutgeheissen. Wasserkraftwerke, die erhöhte ökologische Anforderungen erfüllen, sollen mehr Wasser für die Stromproduktion nutzen. Mit der Massnahme kann die Stromproduktion um maximal 150 GWh gesteigert werden.
Das WBF und das UVEK empfehlen die Umschaltung von Zweistoffanlagen auf Heizölbetrieb ab dem 1. Oktober 2022. Die Empfehlung soll massgeblich zum Erreichen des freiwilligen Gas-Sparziels von 15 Prozent beitragen. Um die Versorgung mit Mineralölprodukten weiterhin sicherstellen zu können, werden die Pflichtlager für Autobenzin, Diesel- und Heizöl sowie Flugpetrol ab dem 3. Oktober 2022 freigegeben.
Die IGEB hat eine Stellungnahme zur Vernehmlassung «Bewirtschaftskonzept Gas» eingereicht. Sie begrüsst die Sparkampagne des Bundes zur Reduktion des Energieverbrauchs von Bevölkerung und Wirtschaft, um bereits präventiv dem Eintritt einer Mangellage entgegenzuwirken. Dies als erster Schritt im Rahmen des 4-Stufenplans des Bundes im Zuge der Bemühungen zur Bewältigung einer möglichen Mangellage.
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 7. September 2022 die Verordnung zur Einrichtung einer Wasserkraftreserve verabschiedet. Diese Reserve dient dazu, die Energieversorgung der Schweiz für die kritische Phase gegen Ende Winter zu stärken. Als nächstes wird Swissgrid die Ausschreibung für die Wasserkraftreserve starten.
Das BFE informierte, dass 2021 der Strom aus Schweizer Steckdosen zu rund 80% aus erneuerbaren Energien stammte: Zu 68% aus Wasserkraft und zu rund 11% aus Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft und Biomasse.
Unsere Mitgliedfirmen müssten ohne Strom und Gas ihre Produktion einstellen. Eine wichtige Massnahme im nun kommunizierten Massnahmenplan ist die Kontingentierung für Grossverbraucher und die Möglichkeit von Unternehmen, sich die Kontingente zu teilen und in einem Pooling zusammen zu schliessen.
Der Bundesrat hat zahlreiche Massnahmen beschlossen, damit die Schweiz ihre Energieversorgung für den Winter rasch stärken kann. Die Kampagne mit dem Slogan «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» ergänzt dies. Sie zeigt, wie Bevölkerung und Wirtschaft mit einfach umsetzbaren Tipps Energie sparen können.
Der Bundesrat hat zahlreiche Massnahmen beschlossen, damit die Schweiz ihre Energieversorgung für den Winter rasch stärken kann. Die Kampagne mit dem Slogan «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» ergänzt dies. Sie zeigt, wie Bevölkerung und Wirtschaft mit einfach umsetzbaren Tipps Energie sparen können.
Das BFE informiert, dass in der Schweiz pro Jahr 29.5 Terawattstunden (TWh) Strom aus Windenergie produziert werden könnten, 19 TWh davon allein im Winterhalbjahr. Dies zeigte eine neue Studie zur Bestimmung des Windenergiepotenzials in der Schweiz, die im Auftrag des BFE erstellt wurde.
Der Bundesrat setzt alles daran, eine Mangellage im Energiebereich möglichst zu verhindern. Er hat an der Sitzung vom 24. August 2022 darum entschieden, dass sich die Schweiz für das Winterhalbjahr beim Gas ein freiwilliges Sparziel von 15% setzen soll.
Mit Hochdruck arbeitete die Schweizer Gaswirtschaft in den vergangenen Wochen und Monaten daran, eine Gasreserve für den kommenden Winter aufzubauen. Sowohl bei der Gasreserve in den Speichern wie auch bei der Schaffung von Optionen konnten die Zielsetzungen gemäss dem VSG Verband der Schweizerischen Gasindustrie erreicht werden.
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 17. August 2022 beschlossen, dass das UVEK und das WBF Vertragsverhandlungen zum Einsatz von Reservekraftwerken führen können. Diese sollen ergänzend zur Wasserkraftreserve bereits im kommenden Spätwinter zur Bewältigung von ausserordentlichen Knappheitssituationen bereitstehen.
Ob und in welchem Umfang Strom und Gas im Winter tatsächlich zur Verfügung stehen und wie sich die Energiepreise entwickeln werden, ist ungewiss. Die Energie-Agentur der Wirtschaft steht den Unternehmen in dieser ausserordentlichen Situation für unterstützende Gespräche zur Verfügung.
Eine Gasmangellage würde die Industrie besonders hart treffen. Für sie ist es enorm wichtig, dass sie Gas einkaufen können. Ohne Gas müssten einzelne Firmen ihre Produktion einstellen. Dazu sind verschiedene Berichte in den Medien erschienen.
Unser Mitglied Steeltec setzt zur Produktion ihrer Spezialstähle ausschliesslich Strom aus Schweizer Wasserkraft ein. Dazu wurde eine richtungsweisende strategische Partnerschaft mit Axpo Holding AG geschlossen. Das Werk kann ohnehin schon sehr niedrige Emissionswerte ausweisen und senkt mit diesem Schritt den CO2-Ausstoss erneut.
